Warum ich das hier baue
Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem es selbstverständlich war, samstags das eigene Zimmer aufzuräumen, das Bad abzustauben und den Müll rauszubringen. Mit dem Hund Gassi gehen war keine Belohnung, sondern eine Aufgabe. Meine Eltern haben mir damit etwas mitgegeben, das ich heute schätze: dieses ganz selbstverständliche Gefühl, dass man im eigenen Zuhause auch was beiträgt.
Heute ist die Welt anders. Medien sind überall — und ehrlich gesagt sollen sie das auch sein. Meine Kinder lernen über YouTube schneller Vokabeln, als ich das je in der Schule mit der Karteikarte geschafft hätte. Das ist gut so.
Was mir bei meinen eigenen Kindern und im Bekanntenkreis aber auffällt: Je mehr Bildschirm, desto „immuner" werden Kinder gegen ganz normale Hausarbeit. Wenn du jetzt nickst — ja, dich meine ich auch.
Warum Family Link nicht reicht
Klar, ich kann die App zumachen. Family Link, iOS-Bildschirmzeit — da gibt es einiges. Funktioniert auch. Bis das Kind merkt, dass das Internet leer ist. Dann hat man zwar das Bildschirmzeit-Problem gelöst, sich aber ein zweites geholt. Wenn du verstehst, was ich meine.
Mich hat das gewurmt. Sperren ist Symptombekämpfung. Was ich eigentlich will: dass meine Kinder lernen, wie man mit Medien umgeht — UND wie man im Haushalt mitanpackt. Die zwei Sachen gehören für mich zusammen. Medienkompetenz ist heute wichtiger denn je. Aber ohne die kleinen alltäglichen Aufgaben bleibt sie nur ein halbes Versprechen.
Versteh mich nicht falsch — Tools wie Google Family Link, Apple Bildschirmzeit, Qustodio, Salfeld oder Kaspersky Safe Kids machen einen guten Job, wenn du Geräte beschränken willst. Minuten zählen, Apps sperren, Webseiten filtern — das können die besser als ich.
FamilyQuest macht das absichtlich anders. Ich wollte kein weiteres Überwachungs-Werkzeug bauen, sondern den umgekehrten Hebel: nicht „was dürfen die Kinder NICHT", sondern „was haben sie sich VERDIENT". Aus Verbot wird Verhandlung — und im besten Fall irgendwann eine Gewohnheit. Das heißt auch: die anderen Tools ersetze ich nicht. FamilyQuest ergänzt sie um den Teil, den sie nicht abdecken.
Wie FamilyQuest entstanden ist
Irgendwann habe ich angefangen, daraus ein System zu machen. Ganz simpel:
- Bett machen: 1 Minute Medienzeit
- Spülmaschine ausräumen: 5 Minuten
- Finde die 30 Fehler in diesem Text: 1 Minute pro Fehler. (Bonusrunde, weil mein Sohn beim Korrekturlesen besser ist als ich.)
Hat besser funktioniert, als ich gedacht hätte. Die Kinder haben verstanden, dass Medienzeit etwas wert ist. Und ich musste nicht mehr predigen.
FamilyQuest ist daraus entstanden. Aus meinem Wohnzimmer, für mein Wohnzimmer — und mit der Hoffnung, dass es auch in eurem funktioniert.
Was ich eigentlich will: dass die Gewohnheit übrig bleibt, wenn die App-Mechanik irgendwann verschwindet.
Was ich mir wirklich erhoffe
Das Belohnungssystem ist nur die Krücke am Anfang. Eigentlich will ich, dass meine Kinder irgendwann das Bett machen, ohne dafür eine Minute Medienzeit zu kassieren. Dass die Belohnung leiser werden darf, weil die Gewohnheit schon übernommen hat.
Wenn FamilyQuest bei dir zu Hause dasselbe schafft, hat es seinen Zweck erfüllt.
Ehrlich gesagt: noch nicht perfekt
Ich baue das hier nebenher. Aktuell kannst du noch keine systemweite Bildschirmsperre einrichten — das kommt mit einer richtigen Android-App, an der ich arbeite. Bis dahin ist FamilyQuest ein Web/PWA-Tool, das das Aufgaben-Belohnungs-System solide abbildet, aber kein iOS/Android-Sperr-Wundertool. Das wird's — gib mir noch ein paar Monate.
Was du nicht von mir erwarten musst
Ich bin kein Unternehmen mit Investoren im Nacken, die Quartalsziele wollen. Niemand zwingt mich, mit euren Daten Geld zu verdienen — und ich habe das auch nicht vor. Eure Daten werden nicht verkauft, nicht getrackt, nicht an Werbenetzwerke weitergereicht. Was ich speichere, brauche ich, um FamilyQuest für euch besser zu machen. Mehr nicht.
Mehr noch: ich habe darauf geachtet, dass eure Daten Deutschland nicht verlassen. Die Datenbank läuft bei Supabase in Frankfurt, der Server bei Hetzner in Nürnberg. DSGVO-konform, vollständig in Deutschland — alles bleibt da, wo es hingehört.
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